Freundesbrief April 2013

April 2013

Liebe Freunde und Beter,

herzliche Grüße aus Südafrika sendet euch das Bambelelateam. Danke für eure treue Unterstützung in den letzten Monaten. Mit eurer Hilfe konnten wir wieder Gehälter und Mieten bezahlen, Kinderhaushalte versorgen und vielen Kindern eine warme Mahlzeit anbieten. Außerdem konnten wir in Kapstadt ein Auto kaufen, und im Kindergarten konnte asphaltiert werden, so dass die Kinder mit ihren Laufrädern fahren können. Das durch Vandalismus beschädigte Trampolin konnte auch durch ein neues ersetzt werden. In diesem Jahr freuen sich die Mitarbeiter im Kindergarten ganz besonders darüber, dass die Eltern Interesse an der Förderung der Kinder zeigen. Octavia erwähnte, dass es so gut tut, zu sehen, wie die Eltern sich über Lernerfolge freuen und die Ordner der Kinder anschauen. Für die Mitarbeiter in den Townships von Pietermaritzburg war ein Ferienprogramm ein besonderes Erlebnis. „Die Kinder waren so sehr daran interessiert, mehr von Gott zu erfahren, dass sie am 2. Tag nicht einmal in unser Auto schauten, um herauszufinden, was es zu essen gab“, berichtete Mtobisi. Vernon konnte nicht anders, als Programmpunkte zu streichen, um Zeit zu haben, für alle 120 Kinder persönlich zu beten. Viele Kinder suchten seelsorgerliche Hilfe in ihren Nöten und vertrauten ihr Leben unserem Herrn Jesus Christus an. „Dieser Tag hat mein Leben verändert“, bezeugte ein Kind aus tiefstem Herzen. Ein Sturm riss zwar das Zelt nieder, aber weil Gott immer einen Ausweg weiß, konnte die ganze Veranstaltung in die Halle verlegt werden, welche, liebevoll geschmückt, richtig feierlich aussah.

Mein Therapiehund macht gute Fortschritte im Training. Er lernt gerade, in Konfliktsituation wie z.B. Bedrohung durch andere Hunde oder befremdende Geräusche, nahe bei Frauchen zu bleiben, nicht zu reagieren, sondern ständigen Augenkontakt zu suchen. Eine harte Lektion, denn die Natur des Hundes ist es, entweder das Weite zu suchen oder zu bellen und im schlimmsten Falle zu attackieren.

Gott war es wohl sehr wichtig, dass viele Menschen in Kapstadt am Karfreitag und Samstag die Osterbotschaft hören sollten. Unsere „Kirche“ in Phillippi war so gut von Kindern, Jugendlichen und Eltern besucht wie nie zuvor. Tränen flossen, als die Kinder vom Leiden Jesu hörten. Ostersamstag feierten einige Kinder die Auferstehung, indem sie spontan aufstanden, Enkosi (Danke) sagten und sich tänzerisch um die eigene Achse drehten. Am Ostersamstag wurde der Bruder meines sehr geschätzten ehrenamtlichen Mitarbeiters Lulama überfallen und schwer verletzt. Ich rechnete es ihm hoch an, dass er trotzdem im Programm mitmachte. An diesem Tag beteten die Kinder für eine Stromversorgung in jedem Haushalt, denn viele wollen eine kleine Elektroheizung anschließen, wenn es kalt wird. Gott beantwortete ihr Gebet in dieser Woche und die Kinder kamen mir am Freitag schon entgegengelaufen, um mir die Neuigkeit zu erzählen. „Hurra mama Martina, wir kriegen eine Steckdose“.

In der Kinderstunde in Capricorn sitzen die Kinder vieler Krimineller, Drogen-und Alkoholsüchtiger vor uns. Oft sieht man ihnen den physischen Missbrauch an. Dort sprechen wir gerade über den Umgang mit unserem Nächsten. Die Eltern sagen, sie sollen mit einem „Stein“ zuschlagen oder „zustechen“, aber was sagt Gott dazu? Die Kinder waren überrascht, als sie hörten, dass Gott ein anderes Verhalten von uns erwartet. Zwei Achtjährige sagten mir, dass sie kein Messer mehr mit sich herumtragen wollen. Wir erleben, dass mittlerweile die arbeitslosen Eltern zu uns kommen, weil sie die positive Veränderung in ihren Kindern sehen. Bandenkriminalität und Gewalt auf der Straße ist hier ein großes Problem. Ich glaube, kein Auge wäre trocken geblieben, wenn ihr das Gebet eines Sechsjährigen gehört hättet: „Lieber Vater im Himmel, bitte hilf, dass wir wieder aufrecht in der Wohnung gehen können und die Kugeln nicht mehr durch die Wände kommen und wir nicht erschossen werden. Amen.“

Liebe Freunde, die Kinder und wir als Team brauchen eure Fürbitte.

Ich wünsche euch Gottes Segen und einen schönen Frühling.

Eure Martina