Freundesbrief August 2008

August 2008

Lieber Missionsfreund,

stell dir einmal vor, dass du im Winter in einem Wellblechcontainer wohnst und nicht einmal eine Bettdecke oder warme Kleidung hast; ganz zu schweigen von einem Gaskocher, auf dem du dir einen Tee zum Aufwärmen kochen könntest. Es kann auch sein, dass zwar ein Gaskocher da ist, aber der Topf fehlt.

Und nun stell dir vor, was deine Spende an uns bewirkt hat: viele Kinder können sich jetzt abends in eine warme Decke kuscheln. Andere müssen nicht mehr drei zerrissene Pyjamas übereinander ziehen, um warm zu werden, denn wir konnten ihnen warme Hosen und Shirts kaufen. Außerdem sehen wir immer überglückliche Menschen, wenn wir sie mit Maismehl, Reis und Bohnen beschenken.

Im Namen unseres Bambelela Teams und unserer Kinder möchte ich dir ganz herzlich danken.

Straßengottesdienste:
In Thembalihle wird unsere Arbeit von den Moslems kopiert. Sie fahren die Kinder in ihre Koranschulen, in denen sie Unterricht und eine warme Mahlzeit bekommen. Der Initiator meinte zu mir: „Ihr wollt Christen aus ihnen machen, gebt mir ein Kind unter 6 Jahren und ich mache einen Moslem aus ihm“.

Bericht einer deutschen Praktikantin:
Frauke, eine 22jährige Kinderkrankenschwester aus Emden, hat vier Wochen bei uns mitgearbeitet und einen hervorragenden Dienst geleistet. Folgenden Eindruck möchte sie an euch weitergeben: “Den Kindern in den Slums sieht man die Vernachlässigung an. Die meisten sind von Kopf bis Fuß mit Narben und Wunden übersät. Sie haben schmutzige, durchlöcherte Kleidung und tragen trotz Kälte, Scherben und spitzer Steine keine Schuhe. Viele leiden sichtbar an Krankheiten. Einige wirken apathisch. Kleine Kinder werden von ihren nicht viel älteren Geschwistern mitgebracht, obwohl diese sie kaum tragen können. Aber alle freuen sich riesig auf den Kindergottesdienst „Huggybear.“ Die Spiele und Lieder machen allen Spaß, und ich konnte beobachten, wie die Kinder aufblühen. Vor allem der Kampf um das Essen hat mich sehr berührt. Jeder versucht, als erster an der Reihe zu sein. Teilweise wird das Essen vor Ort verschlungen, direkt mit dem Mund aus der Schüssel“.

Früchte unserer Arbeit:
Ein Mann aus Nigeria hatte im Slum Happy Valley zu kuriosen Heilungsgottesdiensten aufgerufen und jedem Slumbewohner Gesundheit und einen Arbeitsplatz versprochen, der ein besonderes Puder für 40 Euro kauft. Vulgani, der seit Jahren unseren Gottesdienst besucht, warnte die Leute, indem er sagte: „Geh nicht zu diesem Mann, sonst siehst du den Himmel nicht mehr“.

Besuchsdienst:
Auf unserem Besuchsdienst „von Hütte zu Hütte“ erlebten wir es in den letzten Monaten häufig, dass uns halb verhungerte Babys gezeigt werden. Bei Amahle, einem 6 Monate alten Säugling, kamen wir mit der Babynahrung leider zu spät. Sie starb in der letzten Woche an Unterernährung.

Neuigkeiten von meinem fünfjährigen Pflegekind:
Senzo entwickelt sich prächtig. Sein erstes Kindergartenzeugnis bestätigt, dass er bei Kindern und Erziehern sehr beliebt ist und Konflikte schon verbal löst. Ich merke, dass er sein altes Leben vergisst, jedoch sogenannte „Flashbacks“ hat, wenn er Betrunkene oder Lehmhütten sieht. Ich nehme ihn daher momentan noch nicht mit zu den Straßengottesdiensten.

Kinderhort: „Senzo Daycare Center“
Unser Kinderhort für Aidswaisen und HIV infizierte Kinder wurde am 21.7. eröffnet. In diesem Jahr dürfen wir nur 12 Kinder aufnehmen, weitere folgen im nächsten Jahr. Mit dieser Eröffnung hat sich auch noch eine weitere Tür im Slum „Happy Valley“ aufgetan. Familienangehörige unserer Kinderhortkinder kamen zu Gladys, unserer Haushaltshilfe und sagten: „Bitte erkläre uns die Bibel“ Gladys ist Christin und macht jetzt donnerstags in ihrer Hütte ein Bibelstudium. Gerade heute sagte sie: “Marty, jetzt kommen schon neun. Die Männer trinken an diesem Tag nichts, weil sie wissen, dass abends Bibelstudium ist“.

Es gibt noch soviel mehr zu berichten.
Anlässlich der Goldenen Hochzeit meiner Eltern werde ich in diesem Jahr von Ende Oktober bis Dezember in Deutschland sein. Ich komme gerne in eure Gemeinde, um von unserer Arbeit zu erzählen.

Gottes Segen wünschen euch Martina und das Bambelela Team