Freundesbrief Februar 2012

28. Februar 2012

Liebe Freunde,

“ ..schwarzen Kaffee zu trinken, ist ein Ding der Weißen, süßer Kaffee ein Ding der Schwarzen“, sagte eine Mitarbeiterin… „ein typisch südafrikanisches Ding“ hörten Freunde und Familie in den letzten Wochen aus meinem Mund häufiger, weil nicht alles so glatt ging, wie ich es mir gewünscht hätte: Ein Sturz meines Sohnes Senzo war so heftig, dass sein Gaumen vom Kiefer abriss. In der Notaufnahme des Krankenhauses wurde er ohne Röntgenaufnahme wieder nach Hause geschickt mit dem Kommentar: ..“ Sie können ja morgen zum Zahnarzt gehen“. In einem anderen Krankenhaus musste er sich am nächsten Tag einer Notoperation unterziehen. In Senzos Ausreiseantrag für unseren Deutschlandaufenthalt wurde sein Geburtsdatum deimal falsch eingetragen, und das kostete mich einige Extrafahrten zum Jugendamt. Mein Pass ging trotz Einschreiben verloren und tauchte erst nach Wochen wieder auf einem Postamt auf. Aber nun reicht es auch an negativer Berichterstattung.

In den Townships würde man sagen: „Pagamani-wir stehen wieder auf“. Im Dezember rechnete ich überhaupt nicht damit, die Kinder in den Townships großzügig beschenken zu können. Einige große Einkaufszentren hatten Süßigkeiten zugesagt. Aber Gott ist gut! Ich bekam sozusagen noch in letzter Minute die Gelegenheit, unsere Arbeit in den Townships in einer Schwimmschule und auf einem Treffen der First National Bank zu präsentieren. Wir wurden daraufhin reichlich für unsere Weihnachtsfeiern in den Townships mit Geschenken versorgt. Ich weiß, dass die Kinder die Weihnachtszeit wegen der steigenden Frustration unter den Armen und den daraus folgenden Gewaltausbrüchen eher fürchten als herbeisehnen. Die Kinderaugen strahlten, als sie ein liebevoll verpacktes Geschenk überreicht bekamen, und das mit anzusehen war mein schönstes Weihnachtsgeschenk.

„… unser Weihnachtsmann ist gestorben. Wir haben nichts. Es ist so traurig, aber ich musste den Kindern sagen, dass die Weihnachtsfeier in diesem Jahr ausfällt. Oder können Sie uns helfen mit Programm und Geschenken…?“ sagte die Leiterin eines Kindergartens im Township Westlake. Ein Programm für die Vorschulkinder war schnell auf die Beine gestellt und ein Kindergartenjahr konnte abgeschlossen werden, ohne die Kinder zu enttäuschen.

Herzliche Grüße von unserem Team in Pietermaritzburg. Vernon Grantham schreibt: Im Januar begannen wir unsere Arbeit im Kindergarten mit einem Eltern- Kindtag. Wir sprachen intensiv über die Verantwortung, die wir für unsere Kinder haben und über eine bessere Zusammenarbeit. Ich persönlich gebe Gott alle Ehre dafür, dass noch keines unserer HIV infizierten Kinder gestorben ist, seitdem dieser Kindergarten besteht. In den Townships ist es ja ein ständiges Kommen und Gehen und wir sahen in diesem Jahr so viele „neue“ Kinder wie nie zuvor. Es schien so, als wenn sie uns während der Ferien richtig vermissten und ich hatte den Eindruck, dass mit unserem Erscheinen wieder neu Hoffnung in die Slums einzog.

Joyce Mtshali , eine sehr enthusiastische Mitarbeiterin schätzt den Besuchsdienst in den Townships. Sie schreibt: Die Kinder genießen es so sehr, mit uns zusammen zu sein. Sie reden über alles, was sie bewegt und wir teilen unsere Lebenserfahrungen mit ihnen, um sie aufzubauen und zu motivieren. Ich finde es wichtig, dass wir nicht die Helden spielen, sondern ihnen auch unsere Enttäuschungen und negativen Erlebnisse erzählen, natürlich in einem gewissen Rahmen. Aber wir wollen auch „echt“ sein vor den Kindern und authentisch, denn kein Mensch sieht immer nur gute Tage und es kommt ja darauf an, wie man mit den Enttäuschungen umgeht.

Liebe Freunde, ich werde vom 17.3.-10.4. in Deutschland sein. Es wäre schön, viele von euch bei den Vorträgen zu treffen. Dieses Mal veranstalten wir ein Freundestreffen in Nienburg in der Freien Christengemeinde, und ich bin gespannt, wen ich dort begrüßen kann.

Danke für eure lieben Weihnachtsgrüße in mails und Briefen und vielen, vielen Dank für eure Spenden, mit welchen ihr es uns ermöglicht, Südafrikas Kinder und Jugendliche mit Gott bekannt zu machen.

Gott segne euch alle.
Martina und Team