Freundesbrief Oktober 2016

Liebe Freunde,
“Gott nahe zu sein, ist mein Glück” heißt es in Psalm 73,28

Die neunjährige Nellie verpasst keinen einzigen Gottesdienst. Es amüsierte und machte mich nachdenklich zugleich, als sie sagte: “Tante Martina du könntest ja auch Lehrerin an unserer Schule sein und uns jeden Tag unterrichten.” Ich fragte zurück: “ Welches Fach soll ich denn unterrichten?” Sie überlegte kurz und meinte: “Happiness- Glücklichsein“. Ich freue mich und danke Gott dafür, dass jede Woche ca. 1000 Kinder in unseren Gottesdiensten in Pietermaritzburg und Kapstadt glückliche Momente, ja mehr noch, das Beste erleben – die Nähe Gottes.

“Es ist gut zu wissen, dass Gott nahe ist” war der Leitgedanke in den biblischen Geschichten der letzten Wochen, z.B. als König Saul einen Speer nach David warf und ihn knapp verfehlte. Dass Gottes Nähe immer gut tut, erfahren die Kinder, wenn wir Gott anbeten und uns die Zeit nehmen, ihn im Gebet zu suchen. Die Kinder hörten aber auch von Menschen in der Bibel, die Gott nahe kommen wollten und ihn in besonderer Weise suchten, gerade dann, wenn es ihnen nicht gut ging, z.B. König Hiskia, als er bedroht wurde oder als er schwer krank wurde.

Ein Junge aus unseren Vorschulkinderstunden verlor seinen Vater durch einen tragischen Verkehrsunfall. In dieser schlimmen Zeit hatte er einen Traum, der ihn, so wie die Mutter sagte, sehr tröstete: Er sah seinen Vater im Himmel und hörte ihn sagen: “Ich bin glücklich hier, mir geht es gut. Ich warte hier auf dich und bald sehen wir uns wieder.” Wir beten weiterhin um Trost für diesen Jungen.

In unserer Spielgruppe in Phakamani wurde in der letzten Woche ein 4 Wochen altes Baby aufgenommen. Nzali, unsere Mitarbeiterin, wollte eigentlich keine weiteren Kinder aufnehmen, aber ihr ging es so, dass sie keine Wahl hatte, denn die Mutter hätte ihr Kind sonst tagsüber mit dem alkohol- kranken Großvater allein gelassen und die Bedrohung für das Leben des Kindes bewegte sie.

In der letzten Woche nahm ich zum ersten Mal meinen Therapiehund Benny mit zu den Straßenkindern in Parkwood. Mir fiel ein sehr trauriges Mädchen auf, die immer nur auf den Boden schaute und sich ständig kratzte. Sie erzählte mir, dass sie Schuppenflechte hätte und die anderen Kinder immer Abstand

von ihr nehmen würden. Ich ermutigte sie und in dem Moment, als sie sagte, dass keiner sie liebhaben würde, fing mein Hund an, sie ausgiebig zu lecken. Sie freute sich ungemein und fing an, ihn zu streicheln. Dabei sage sie immer wieder zu meinem Hund: ”Do not worry, I am not messed up, I am not messed up” (was soviel heißt wie: Ich bin nicht verkorkst oder durcheinander) Als sie dann aufstand, ging mein Hund so dicht neben ihr, wie ich es noch nie vorher erlebt habe. Er folgte ihr auf Schritt und Tritt. Wenn sie sich setzte, setzte er sich auch. Wenn sie sich hinlegte, legte er sich auch hin. An diesem Nachmittag durften wir ein Kind besonders glücklich machen. Es war eine ganz besondere Begegnung.

Unsere neue Erzieherin im Kindergarten in Pietermaritzburg möchte sich bei euch vorstellen:
Ich heiße Leonie Wardle, bin 37 Jahre alt, verheiratet und habe einen 4-jährigen Sohn. Ich arbeite seit dem 1.Juni im Kindergarten und bin froh, dass ich das tun kann, wozu Gott mich berufen hat, nämlich mit Kindern zu arbeiten. In der Andacht morgens erzähle ich den Kindern immer von Jesus. Als ich im Kindergarten anfing, sah ich viele traurige Gesichter, aber jetzt nicht mehr.
Wenn wir Reime singen, benehme ich mich wie ein Kind, hüpfe auf und ab. Die Kinder kommen jetzt heraus aus ihrem Schneckenhaus, sie werden selbstbewusster und unabhängiger.
Der Kindergarten verändert das Leben der Kinder wirklich. Zum Beispiel haben wir ein Kind mit dem Namen Jordanique, die nur dunkle Malstifte benutzte, als sie in den Kindergarten kam. Mittlerweile benutzt sie helle Farben. Sie ist nicht mehr traurig, sondern glücklich.
Ich bin gesegnet, dass ich ein Teil dieses Werkes sein darf. Danke für alles.

Flomina, unsere Köchin in Pietermaritzburg, schreibt: Wenn die Kinder mir sagen, dass mein Essen gut schmeckt, bin ich glücklich und es motiviert mich immer wieder neu, mein Bestes zu geben. Die Kindergartenkinder freuen sich immer richtig auf das Essen. Bambelela hat das Leben von den Kindern verändert, weil sie hier alles bekommen, was sie täglich brauchen.

In Kapstadt wird es in den nächsten Wochen Weihnachtskinderstunden in – bis jetzt uns unbekannten – Townships, im Flüchtlingsheim, in Kinderheimen und Kindergärten geben.
In Pietermaritzburg bereiten sich die Mitarbeiter auf eine große gemeinsame Weihnachtsfeier mit 1000 Kindern aus den Townships vor.

Liebe Freunde und Beter und Spender, DANKE dafür, dass euch das Glück von Südafrikas Kindern nicht gleichgültig ist. DANKE für eure treue Unterstützung, mit welcher ihr die Arbeit von Bambelela möglich macht.

Im November und Dezember komme ich wieder nach Deutschland und berichte gerne in euren Hauskreisen und Gemeinden, wie Gott uns in diesem Jahr wieder beschützt, ermutigt und geführt hat.

Gottes Segen wünscht euch Martina und das Bambelelateam

Vom Verein in Deutschland:
Die Termine für Martinas Besuch in Deutschland finden Sie demnächst auf unserer Homepage

Wenn noch Interesse besteht, Martina Thiemann in Ihre Gemeinde, zu einem Vortrag oder zu einem Gottesdienst einzuladen, wenden Sie sich gerne an info@bambelela.de oder an Tel. 04324-8137