Freundesbrief Mai 2014

Mai 2014

Liebe Freunde,

viele herzliche Grüße aus dem spätsommerlichen, aber noch recht heißen Südafrika sendet euch das Bambelela-Team.

Vernon Grantham, Octavia und ich sind uns einig, dass wir seit dem Bestehen unserer Arbeit den bis jetzt besten Start in ein neues Jahr hatten. Danke für jede finanzielle Unterstützung. Eure Spenden ermöglichten es uns, allen Mitarbeitern ein Weihnachtsgeld zu zahlen. In Pietermaritzburg konnte das Jahr sogar mit dem Kauf eines neuen Autos beginnen. Nun ist endlich Schluss mit hohen Reparaturkosten und nervenaufreibenden und riskanten Pannen in der “Wildnis”.

In unserem Kindergarten sind in diesem Jahr 18 Kinder, 4 Kinder sind HIV positiv, die anderen haben schwererkrankte Eltern zu Hause. Octavia freut sich über die Lernbereitschaft der Kinder und kooperative Eltern. Sie er-zählte, dass die Eltern vor allem ihre Warnungen und ihren pädagogischen Rat ernst nehmen, was die Gewalt und die Vernachlässigung der Kinder betrifft.

Im Township Phillippi in Kapstadt konnten wir endlich mit dem Bau unserer Pagamani-Kindertagestätte beginnen. Für uns Mitarbeiter hier war es eine echte Herausforderung und „zeitaufwendig”, denn wir mussten immer anwesend sein, vor allem beim Anliefern der Ware. Wir mussten auch dort sein, damit „gearbeitet” wird, denn sonst wären die Löhne ins Unermessliche gestiegen. Das angelieferte Material musste immer bis zum Abend verarbeitet werden, sonst wäre es bis zum nächsten Morgen verschwunden. Ich glaube, das Aufregendste war, als der Sand angeliefert wurde. Der Fahrer wollte nicht ins Township hineinfahren und kippte den Sand einfach vor die Einfahrt. Lulama, einer meiner Mitarbeiter, mietete 20 Schubkarren und fleißige Helfer beförderten den Sand schnell dorthin, wo er hin sollte, bevor sich andere am Sand „bedienen“ konnten. Die Kinder freuen sich auf die Eröffnung Ende Mai.

Immer wieder erledigen wir auch die Aufgaben einer Sozialarbeiterin. Auf unserem Besuchsdienst traf ich vor einigen Wochen eine völlig verzweifelte Mutter an, die auf dem Boden ihrer Hütte, zwischen unzähligen leeren Tüten und Dosen saß. Sie hatte eine aufgeschlagene Bibel auf dem Schoß und betete für Lebensmittel. Ihr Mann hatte sie und ihre schwer körperbehinderte Tochter verlassen und kassierte noch zusätzlich das Pflegegeld vom Staat. Wir meldeten diese Sache beim Sozialamt und kümmern uns gerade um einen Schulplatz für die 12-jährige Tochter, die bisher noch keine Schule besuchte.

Liebe Freunde, nur weil ihr spendet, waren wir in der Lage, die Schränke dieser Frau wieder mit Lebensmitteln zu füllen. Danke für alles.

Der Winter kommt. Viele Kinder haben nicht genug warme Kleidung. Wir möchten gerne helfen und 1000 Kindern in Pietermaritzburg und Kapstadt wenigstens eine Decke schenken, in welcher sie sich Tag und Nacht eindrehen können. Eine Decke kostet uns etwa 8 Euro. Wer dafür extra spenden möchte, dem sei herzlichst im Voraus gedankt!

Liebe Freunde, bis zum nächsten Brief verabschiede ich mich mit dem Segenswunsch des Paulus: “Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch den Frieden allezeit und auf alle Weise. Der Herr sei mit euch allen.”

Eure Martina mit Senzo