Freundesbrief September 2011

September 2011

Liebe Freunde und Beter,

Hier in Kapstadt dreht sich gerade alles um “Frühlingsanfang”, Rugbyweltmeisterschaft und die von der Regierung geplante neue Landverteilung.

Aber lasst uns lieber auf das blicken, was Gott in Bambelela tut: In Kapstadt konnten wir dank Sponsoren mehrere Male Hot dogs, Apfelsinen und ein Getränk anbieten.

Die Anzahl der Kinder stieg daraufhin explosionsartig an. Vor 2 Wochen mussten wir Kinder nach Hause schicken, weil die Gemeinschaftshalle nur 250 Kinder aufnehmen kann. Ich freue mich über den Einsatz von Ehrenamtlichen aus der Gemeinde, die ordentlich mit „anpacken“, sei es Hot dogs zuzubereiten oder sich kreativ am Programm beteiligen. Eine echte Attraktion der letzen Wochen war ein Farmer, der zum Gleichnis vom Sämann besonders anschaulich mit Saatgut und Riesenkürbissen predigte. Eine geschlossene Kiste liess die Kinder schier vor Spannung platzen, die wurde am Ende des Programms aufgelöst, als 2 Lämmer aus der Kiste sprangen. Spannend war auch der Beitrag eines Rugbyspielers, der sehr humorvoll darüber sprach, wie sich mehrere Spieler einer Mannschaft aneinander festhalten müssen und so versuchen, den Gegner wegzudrücken. Eine andere Mitarbeiterin übernimmt die Kosten für Bastelarbeiten und bereitet diese immer sehr liebevoll vor, weil ihr die Erfolgserlebnisse für kreatives Schaffen so wichtig sind. Momentan planen wir die Weihnachtfeier.

Kapstadt hat außerdem ein neues Projekt und das heißt „Therapiehund Benny“. Mein 8 Monate alter Labradorwelpe soll unter Straßenkindern und in Heimen eingesetzt werden und wird gerade regelmäßig auf einem Militärgelände trainiert. Er ist noch in der ersten Klasse, lernt gerade absoluten Gehorsam und sich von allen streicheln zu lassen, wie auch immer der Mensch aussieht oder spricht (die Trainer sprechen in verschiedenen Stimmlagen, haben manchmal Trillerpfeifen, große verrückte Hüte auf, springen etc.) Der Hund darf nie knurren, bellen oder aufspringen.

Vernon berichtete aus Pietermaritzburg folgendes: Über 80 Straßenkinder bewohnten ein sehr verwahrlostes Haus, aber wenigstens war es ein Dach über dem Kopf. Dieses Haus ist jetzt abgebrannt und die Kinder leben wieder im Müll auf der Straße. Für die meisten sind sie hoffnungslose Fälle, aber nicht für das Bambelelateam.

Vernon war sehr angetan vom dem Einsatz einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin: Sie war von den Schicksalen der von den Eltern im Krankenhaus zurückgelassenen Kinder so berührt, dass sie diese sogar am Wochenende besuchte.

Die Entwicklung in Side 11 ist besorgniserregend, weil wieder unglaublich viele Morde und Vergewaltigungen von Kindern zu verzeichnen sind. Außerdem gibt es wieder Konflikte zwischen Schwarzen und Coloureds (d.h. Mischlingen).

Im Kindergarten sind leider wieder 2 Kinder zu Waisen geworden, weil die Mütter an HIV starben. Leider sind diese Kinder in der Großfamilie nicht gut aufgehoben, aber unser Kindergarten kann sie wenigsten für 8 Stunden täglich vor den Gefahren des Alltags beschützen.

Auch das Team in Pietermaritzburg plant eine Weihnachtsfeier. Mthobisi, unser Leiter der Jugendarbeit, möchte gerne eine Freizeit mit den Jugendlichen machen.

Liebe Freunde und Beter, es gibt wie immer gute und schlechte Nachrichten, aber was auch immer geschieht: Wir stehen fest im Glauben an einen mächtigen Gott und vertrauen seinem Tun.

Danke für eure treue finanzielle Unterstützung, danke für eure Gebete, die wir hier so dringend brauchen, danke für jede ermutigende mail.

In diesem Jahr werde ich über Weihnachten nicht nach Deutschland fliegen, sondern erst Ostern 2012. Auch dann komme ich gerne in eure Gemeinden und berichte von meiner Arbeit.

Gott segne euch alle.
Martina