Freundesbrief September 2013

September 2013

Liebe Freunde und Beter

Das Bambelelateam in Pietermaritzburg mit Vernon, Mthobisi, Joyce, Octavia und Flomina, sowie das Team Kapstadt mit Martina und Marlene lassen euch herzlich grüßen.

In den letzten Monaten lief nicht alles so „rund“, aber ich danke euch dafür, dass ihr immer wieder nachfragt, wie es uns so geht. Es zeigt uns, dass ihr an uns denkt, ja mehr noch, dass ihr euch um uns sorgt und unsere Anliegen vor Gott bringt. Mthobisi, unser Mitarbeiter in Pietermaritzburg (PMB) drückte neulich so treffend aus, was alle Mitarbeiter empfinden. Er sagte: „ Ich bin immer wieder überwältigt, dass Menschen sich jeden Monat von Gott bewegen lassen, für unsere Arbeit zu spenden.“

Vernon, unser Leiter in PMB, liegt wegen Nierenversagens im Krankenhaus. Er ist sehr schwach und braucht unsere Fürbitte ganz besonders. Mthobisi wird während Vernons Abwesenheit die Verantwortung übernehmen.

Unsere Zwillinge verlassen unseren Kindergarten in PMB, weil sie wegen des gewalttätigen Vaters in ein anderes Township fliehen. Octavia, unsere Erzieherin, sagte, dass sie ganz besonders durch die Offenheit dieser Mutter und der Kinder verstanden hat, was die Kinder in Armut, Krankheit und Missbrauch durchmachen müssen. Sie wünscht sich von Herzen, dass Ihr für den Neuanfang dieser Familie betet. Unsere Mitarbeiterin Joyce liebt ihre Bibellesegruppe am Montagnachmittag ganz besonders. Sie erlebte in den letzten Wochen, wie in den Kindern Bibelverse über Vergebung ihre Wirkung zeigten. Ein Kind sagte: „Ich habe meiner Schwester gestern vergeben und fühle mich jetzt wieder mit ihr verbunden.“

Mthobisi schreibt: Unser Besuchsdienst „Von Hütte zu Hütte“ ist ein Segen und ich mache ihn am liebsten in Thembalihle. Die Kinder freuen sich auf uns. Das Wichtigste ist wohl, dass sie sich bei uns aussprechen können. Außerdem hellen wir ihren Alltag auf, indem wir mit ihnen singen und spielen. Wenn sie uns verpassen, sind sie sehr enttäuscht. Aus diesem Grund haben wir uns eine große Klingel angeschafft, die gut zu hören ist und die Kinder aus den Hütten lockt. In unserem größten Township in Imbali führe ich am liebsten die Straßengottesdienste durch. Die Kinder in diesem Township lieben es, Gott durch Tanz und Lieder anzubeten, und jede Woche gibt es einige Kinder, die erzählen, was sie mit Gott erlebt haben. Außerdem beeindruckt mich ihr biblisches Wissen immer wieder. Die Gottesdienste finden vor Gogo (Oma) Ngubanes Haus statt. Gogo Ngubane fühlt sich, so wie sie sagt, schon lange nicht mehr einsam, weil die Kinder sie oft besuchen. Sie hören ihren Geschichten und Lebensweisheiten zu, und einige Teenager nehmen jeden Dienstag an ihrem Hauskreis teil.

Durch Mhtobisis Bericht erreichte mich die Aussage von Lucky Molefe und ermutigte mich sehr. Er war einer der ersten Kinder, mit denen ich vor 10 Jahren im Township Happy Valley in Pietermaritzburg in Kontakt kam. Heute ist er 17 Jahre alt und in Mthobisis Teenagerhauskreis. Er sagte:“ Bambelela war mein Freund als ich keinen Freund hatte, und als mein Vater uns verließ, wurde Bambelela mein Vater. Und als ich mal die Hoffnung verlor und nicht mehr länger leben wollte, gab Bambelela mir Hoffnung. Heute gehe ich zur Schule, fürchte und liebe Gott. Ich bin oft mit leerem Magen und leerem Herzen zu Bambelela gegangen, aber ich wurde immer gefüllt.“

Und nun möchte ich euch noch von der Arbeit in Kapstadt erzählen. Durch gute Zusammenarbeit mit den Komitee-Mitgliedern und Eltern im Township Philippi haben wir ein Grundstück bekommen, auf dem unser neues Projekt, das Ganztageszentrum „Pagamani“, (bedeutet auf Deutsch “steh auf“) entstehen soll. Vormittags sind Mutter-Kindgruppen, nachmittags Suppenküche, Hausaufgabenhilfe und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche geplant. Es soll außerdem eine sozialpädagogische Einrichtung für die Nachbarschaft werden, in welchem vormittags Seminare zur Gesundheit und Erziehung angeboten werden. Diese Arbeit wird mit ehrenamtlichen Mitarbeitern aufgebaut.

Die starken Regenfälle und die Kälte haben den Menschen in den Townships besonders zugesetzt. Hier gab es kaum Notunterkünfte, sondern die Menschen waren gezwungen, im Wasser zu leben Viele haben ihr Hab und Gut davonschwimmen sehen. Die Kinder standen morgens mit nasser Kleidung auf und gingen genauso durchnässt und durchgefroren schlafen. Ja, schlimmer noch: Einige Kinder berichteten uns, dass sie auf dem Schrank schlafen mussten, weil die Hütte voll Wasser war. Ein Junge sagte, dass er bis zu den Knien im Wasser stand und stundenlang seinen 3-Monate-alten Bruder hochhalten musste. Auf unseren Besuchsdienst rechneten wir eigentlich nicht damit, Kinder draußen bei Sturm und Regen anzutreffen und wurden eines besseren belehrt. Die Hütten waren verschlossen, und die Kinder mussten sehen, wie sie klarkommen. Eine Umarmung, eine heiße Tasse Suppe oder Rooibostee bedeutete in solchen Situationen viel. Während die Eltern in Philippi die Versorgung der Kinder anerkennen, ist Capricorn immer noch ein“ hartes“ Pflaster. Die Eltern versuchen immer wieder, Streit mit uns anzufangen, weil wir den Erwachsenen kein Essen anbieten. Wir lassen die Kinder mittlerweile keine Essensbehälter mehr mitbringen, sondern kaufen Plastikbecher. Die Eltern dürfen nicht erfahren, dass ihre Kinder eine warme Mahlzeit hatten, sonst werden sie geschlagen.

In der Bibel sagt Gott in Jesaja 49,15: „Vergisst etwa eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes? Sollten selbst diese vergessen, ich werde dich niemals vergessen.“

Gott hat die Kinder in Südafrika nicht vergessen. Deswegen hat „ER“ Bambelela entstehen lassen, deswegen sendet „ER“ uns in die Elendsviertel und deswegen habt ihr irgendwie von uns gehört und euch so von Gott berühren lassen, dass ihr für ein besseres Leben der Kinder betet und spendet. Vielen, vielen Dank für alles.

Gottes Segen wünscht euch das Bambelelateam mit Martina und Senzo