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Freundesbriefe

Freundesbrief Mai 2010

Ende Mai 2010

Liebe Freunde,

„Kinder sind unsere Zukunft“, sagt man und meint, dass wir alles nur Menschenmögliche tun sollten, damit aus Kindern Menschen werden, die ihr Leben verantwortungsbewusst meistern. Dank eurer Spenden habt Ihr es in den vergangenen Wochen wieder möglich gemacht, dass wir genau dieses Ziel verfolgen und uns für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzen konnten.

Die Zukunft Südafrikas lebt auf der Straße: Ein neuer Zweig in Bambelela heißt „Straßenkinderarbeit“ und wird von unseren Männern im Team betreut. Es ist schon eine vertrauensvolle Beziehung entstanden und mittlerweile springen sie vor Freude auf unser Auto, wenn sie Vernon, Pooan (Anm.: der neue Mitarbeiter seit März 2010) und Mthobisi sehen.

Diesen 6-20-Jährigen zuzuhören heißt, an ihrem traurigen Lebensverlauf Anteil zu nehmen. Die meisten von ihnen wurden missbraucht (manche sogar gefoltert) bevor sie auf die Straße kamen. „Was soll ich zu Hause, ich werde ja nur zusammengeschlagen und habe mehr Liebe hier“, sagte ein 9-Jähriger. Die meisten Kinder sind krank und werden wegen ihrer elenden Erscheinung nicht einmal in den staatlichen Krankenhäusern behandelt, sondern verjagt. Sie werden nur in unserer Begleitung untersucht und behandelt. Ein Junge hatte schwere Verbrennungen, weil er in einen Plastiksack gerollt eingeschlafen und ins Lagerfeuer gefallen war. Ein anderes Mädchen hatte bei dem Versuch, einer Vergewaltigung zu entkommen, tiefe Stichwunden davongetragen.

Damit die oft sterbenskranken Kinder nicht auf der Straße, sondern würdig sterben, versuchen unsere Mitarbeiter, Familienangehörige zu finden, die diese Kinder aufnehmen.

Die Zukunft Südafrikas sitzt im Staub: Kleinkinderbetreuung im Slum sieht so aus, dass dreißig 2-3-Jährige den ganzen Tag im Staub sitzen. Ohne Spielzeug bleibt ihnen nichts anderes übrig, als mit den Zehen zu spielen oder auf dem Boden zu liegen. Zwei Teams machen Angebote für diese Kinder. Im umfangreichen Thema „Schöpfung“ malten Kinder zum ersten Mal mit Fingerfarbe und kneteten Schlangen aus Salzteig.

Die Zukunft Südafrikas muss von Gott hören. Im Rahmen der Fußball WM hörten die Kinder vom größten Manager – Gott, der alles besitzt und von Jesus, dem Sohn des Managers und Trainer, der sein Team aufbaut. Und es ging um den Sieg – das ewige Leben. Die kleinen Fußballturniere am Anfang stießen natürlich auf große Begeisterung. Am 10. Juni veranstalten wir ein großes Fußballturnier mit allen Kindern. Für diesen Tag sagte eine Fleischerei 500 Würstchen und 300 Scheiben Aufschnitt zu.

Jonas Naber, unser Praktikant aus Henstedt-Ulzburg, macht einen hervorragenden Einsatz und möchte gerne folgende Eindrücke weitergeben:

Mir gefiel ganz besonders die Arbeit in der „Bible-Study“ Gruppe, die ich mit Merese donnerstags in „Ghost-Town“, einem benachbarten Armenviertel leitete. Nach ein paar Treffen hatte sich eine feste Gruppe aus Teenagern gebildet, in der wir jedes Mal über einen bestimmten Bibelabschnitt gesprochen haben. Die Teenager haben dort die Möglichkeit, von ihren Problemen zu berichten, Fragen zu stellen und einfach Gemeinschaft zu haben. Durch diese Treffen haben wir die Gelegenheit, besonders nah an die Kinder zu kommen und können ihnen auch im Rahmen unserer Möglichkeiten direkt helfen. Die Programme in den einzelnen Gebieten waren für mich jedes Mal etwas Besonderes. Für mich ist es einfach cool mit den Kindern zu spielen, zu tanzen und zu sehen, dass alle Freude daran haben. Ich habe den Eindruck, dass es vielen Kindern durch das Programm möglich ist, ihre Probleme, die sie in ihrem Umfeld und in ihren Familien haben, zu vergessen und es einfach genießen, dort zu sein. Auch sind die Programme jede Woche eine echte Chance, ihnen von Jesus zu erzählen und sie für ihr Leben auszurüsten, denn hier muss sich oft schon ein 9-Jähriger für oder gegen Kriminalität und Drogen entscheiden. Es ist also unbedingt wichtig, ihnen klarzumachen, was gut für sie ist und was nicht. Auch die Arbeit im Bambelela Team ist eine tolle Chance und eine echte Bereicherung für mich. Wir sind alle – allein schon durch unseren kulturellen Hintergrund – sehr verschieden, was die Zusammenarbeit sehr interessant macht. Wir ergänzen uns sehr gut und es macht einfach Spaß, mit den anderen zusammen zu arbeiten. Generell kann ich also sagen, dass mir die Arbeit hier bei Bambelela sehr viel Spaß und Freude bereitet und eine echte Bereicherung für mich ist, da man vor allem von den Kindern, um die es ja geht, so viel zurückbekommt, wenn sie zeigen, dass sie Freude an dem haben, was wir für sie veranstalten. Vor allem aber sehe ich, dass Hilfe und besonders Hoffnung, was wir ihnen mit der guten Botschaft Jesu vermitteln, wirklich gebraucht und angenommen wird. Ich bin wirklich dankbar, dass ich hier sein und all das miterleben kann, und dankbar, mich einen Teil von Bambelela nennen zu dürfen. Euer Jonas

In der Hoffnung, Euch mal wieder „Bambelela aktuell“ vermittelt zu haben, danke ich Euch ganz herzlich für Eure Spenden und wünsche Euch Gottes Segen.

Eure Martina Thiemann mit dem Bambelela-Team

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Freundesbrief Juli 2009

Juli 2009

Liebe Freunde und Beter,

Wir möchten uns ganz herzlich für eure Gebete und Unterstützung bedanken. Ihr macht es möglich, dass wir den traurigen Alltag der südafrikanischen Kinder aufhellen können.

Durch eure Spende

… konnte Hunger gestillt werden.

Beim Austeilen der Mahlzeit im Township Imbali erfuhr Wilson, dass viele Kinder den mehrstündigen Weg vom „kleinen Tafelberg“ auf sich nehmen, um eine warme Mahlzeit zu genießen.

… hörten viele Kinder die Wahrheit.

Obwohl die tägliche warme Mahlzeit in der Koranschule verlockend ist, entschieden sich im Slum Happy Valley viele Kinder gegen einen Besuch. Der dortige Leiter verlangte von ihnen, jeglichem christlichen Programm fernzubleiben.

Ein Kind machte hierzu eine interessante Bemerkung: „ Martina, der Allah redet im Koran nicht einmal von Liebe. Es gibt immer nur Druck. Genau wie zu Hause.“

Das Motto auf unserer Einladung „Come in & find out“ füllte unser gemietetes Zelt in der Osterwoche täglich mit ca. 600 Kindern. Viele Kinder entschieden sich für ein Leben mit Gott. Mich berührte folgendes Erlebnis besonders: Ich lernte B. als 12jährige kennen. 2 Jahre lang war sie “voll dabei“. Auf unserer Zeltevangelisation sah ich sie wieder. Sie kam jedoch nicht in unser Zelt, sondern ging immer um unser Zelt herum. Durch die Perlen im Haar und Tierfelle am Arm erkannten wir, dass sie sich mit Hexerei beschäftigte. Im Gespräch zerbrach die „coole Fassade“ schnell. B. reizte nur das Geldverdienen, und sie war schockiert und verängstigt auf Grund von Erlebnissen, die sie hatte, je intensiver sie sich mit Zauberei beschäftigte. Sie wollte “alles los werden“ und machte einen Neuanfang mit Jesus. Noch nie habe ich ein Kind im Gebet so verzweifeln nach Hilfe schreien hören, wie in diesem Moment.

Unsere langjährige treue Mitarbeiterin Kylie Wynne bewegt immer ganz besonders, dass immer mehr Erwachsene an unseren Kindergottesdiensten teilnehmen.

Niel Lowe arbeitet seit Februar wieder als Kfz-Mechaniker. Er wurde durch Vernon Grantham ersetzt. Vernon ist verheiratet, 3facher Familienvater und war zuletzt vollzeitlich als Evangelist und Seelsorger in unserer Gemeinde angestellt.

Durch eure Spende….

… bleiben Kindern Scham und Ausgrenzung erspart:

Im Januar erreichte uns der Hilferuf einer Mutter. In den Slums Side 11 und Happy valley schwänzen ca. 15 Kinder die Schule, weil ihnen die Schuluniform zu klein geworden ist. Die Augen strahlten, als sie von uns nicht nur Schuluniformen sondern zusätzlich noch einen Freizeitanzug bekamen, um nicht mehr in der Pyjamahose am Sport teilnehmen zu müssen.

… werden Kinder aus Missbrauch herausgeholt.

In unserem Kinderhort vertraute sich ein Kind unserer Erzieherin an und ließ sexuellen Missbrauch durch den Onkel vermuten.
In der Geschichte Bambelelas arbeiteten wir zum ersten Mal Hand in Hand mit Gericht, Polizei und Sozialarbeitern zusammen. In der letzten Woche wurde das Mädchen aus der Familie entfernt und in einer Notfallpflegeeinrichtung untergebracht.

…kann einzelnen Kindern geholfen werden.

Mein Pflegesohn Senzo erlebt durch sein Zuhause und eine ausgezeichnete pädagogische Betreuung im Kindergarten innere Heilung und entwickelt sich immer mehr zu einem fröhlichen, aufgeweckten Jungen.

Ich wünsche euch von Herzen einen schönen Sommer und einen erholsamen Urlaub.
Martina

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Freundesbrief Januar 2009

Januar 2009

Liebe Freunde,

meine Zeit in Deutschland war schön. Ein besonderer Höhepunkt war natürlich die Goldene Hochzeit meiner Eltern und die Begegnung meiner Familie mit Senzo, meinem 6jährigen Pflegesohn. Alle haben ihn sofort in ihr Herz geschlossen – und so erlebte ich es auch während meines Reisedienstes. So manches Mal wurde er geknuddelt oder bekam ein Geschenk in die Hand gedrückt, ganz zu schweigen von den vielen liebevoll zubereiteten Mahlzeiten, die wir genießen durften.

Danke für die Liebe, die ihr mir und Senzo erwiesen habt. Vor allem möchte ich euch aber für eure Unterstützung danken, auf die wir angewiesen sind, um weiterhin ca. 1000 Kinder an Geist, Seele und Leib zu versorgen. Dank eurer großzügigen Spenden können wir:
• nun endlich eine Suppenküche an den Kindergarten anbauen, denn es ist nicht erlaubt mit Gas im Haus zu kochen.
• Spielzeugboxen für den Kindergarten anschaffen
• einen Generator und neue Mikrophone für die Straßengottesdienste kaufen.

Neues von unserem Besuchsdienst: Von Hütte zu Hütte
Kylie berichtet: Im letzten Jahr hatten wir für eine längere Zeit jeden Montag den Tod vor Augen. Die Augen des kleinen Brent schauten mich an, als wenn sie schon mit der Welt abgeschlossen hätten. Er selbst war nur noch eine Hand voll Knochen. Wir Bambelelamitarbeiter bereiteten ihn schon auf die Ewigkeit vor, gaben die Hoffnung jedoch nicht auf und beteten für seine Heilung. Seit 2 Wochen kann Brent wieder aufstehen, er nimmt wieder an Gewicht zu und seine schrecklichen Gliederschmerzen sind fast verschwunden. Er selbst sagt, dass Gott ihm das Leben neu geschenkt hat.

Neues aus unserem Kinderhort: Senzo-Daycarecentre
Unser Sorgenkind R. war durch Missbrauch und Vernachlässigung so traumatisiert, dass er nur apathisch in der Ecke saß. Die Mitarbeiter des Kinderhortes freuen sich ganz besonders darüber, dass er nicht mehr gefüttert werden muss und das Spielen entdeckt hat. Octavia schreibt: Es ist ein Segen, mit diesen Kindern zu arbeiten. Die größte Belohnung für mich ist es, zu beobachten, dass die tiefe Traurigkeit dieser traumatisierten Kinder verschwunden und die Lebensfreude wieder eingezogen ist.

Neues von unseren Straßengottesdiensten:
Nach der unvergesslichen Weihnachtsfeier 2007 mit über 1000 Kindern war für die Kinder die Vorfreude auf die nächste schon riesengroß. Über 800 Kinder besuchten am 7. Dezember unser Zelt und sangen ihr Lieblingslied: A gheko u fana um Jesu (Keiner ist wie Jesus) lautstark. Viele fleißige Hände packten wieder gesponserte Geschenke ein und kochten ein leckeres Geflügelgericht. Jedes Kind ging wieder reicht beschenkt nach Hause.
Wilson schreibt dazu: Es ist schwer, eine solche Menge an Kindern zu kontrollieren. Leider mussten wir zu oft die raue Sprache sprechen, die die Kinder verstehen, um sie vom Kämpfen und Stehlen zurückzuhalten.
Mich hat es besonders berührt, dass wir so viel Essen austeilen konnten. Als wir die Reste im Slum an die Armen verteilten, sagte eine Frau:“ Dieser gefüllte Teller mit Fleisch und Gemüse ist mein Weihnachten“

Das Bambelelateam wünscht euch von Herzen ein gesegnetes Jahr 2009.
Eure Martina

Ich freue mich immer, von euch zu hören.

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Freundesbrief Juni 2008

Juni 2008

Liebe Freunde,

die Schlagzeile der letzten Wochen war: „Die Townships brennen wieder“ In den letzen Wochen wurden Asylbewerber und Einwanderer aus anderen afrikanischen Staaten Opfer der allgemeinen Frustration in den Armenvierteln und wurden erbarmungslos ermordet, vergewaltigt oder ausgeraubt.

„Bekommst du diesen Hass auch zu spüren?“ werde ich des Öfteren gefragt. Ich wurde nicht bedroht, aber ich spüre, dass der Hass zwischen den Rassen wieder ausbricht. In den letzen Wochen wurde ich des Öfteren wegen meiner Hautfarbe angefeindet und beleidigt. Die Konflikte zwischen den einheimischen Stämmen nehmen zu und ich werde das Gefühl nicht los, dass wir uns gerade auf einem Pulverfass befinden.

Kinderhort:
Eure Spenden machten es möglich, dass wir einen Kinderhort eröffnen können. Ab dem 1.7. werden 12 Kinder die ganze Aufmerksamkeit unserer beiden Erzieherinnen Octavia und Ntuli fordern. Nächstes Jahr sollen noch 15 weitere Kinder aufgenommen werden. Jeder möchte uns seine Kinder anvertrauen, denn jeder meint, seiner Familie geht es am schlechtesten. Bei der Auswahl der Kinder haben wir gerade Probleme mit Eifersüchteleien und wir können nur mit Hilfe des „Slumkomitees“ die Kinder auswählen, denn diese kennen die Situation der Familien am besten.
Es muss noch viel bedacht werden, was den Tagesablauf und die Versorgung der Kinder betrifft. Bitte betet für einen gesegneten Start.

Senzo:
Mein fünfjähriger Pflegesohn hat sich gut eingelebt. Er entdeckt gerade die Welt und freut sich über alles. Jede Mahlzeit ist etwas Besonderes für ihn, jedes saubere Kleidungsstück ein Grund zum Freudentanz und er liebt das Baden am Abend.
Er hat jedoch große Angst davor, dass ihn seine Familie oder die Sozialarbeiter hier wieder wegholen und seine ersten englischen Wörter waren: Mum Senzo no going… (Mama Senzo geht nicht) Ich darf Side 11 (Anm.: der Slum, in dem er lebte) in seiner Gegenwart nicht erwähnen, denn dann fängt er sofort an zu weinen, läuft zur Tür oder versteckt sich. Er hat panische Angst vor seiner Oma und den Onkeln.
In seinem Kindergarten wird er jedoch Gott sei Dank sehr liebevoll betreut und bei den Kindern ist er sehr beliebt.
Die Gerichtsverhandlung, in welcher mir Senzo endgültig zugesprochen werden soll, findet nun am 25.6. um 9 Uhr statt. Das Wiedersehen mit seiner Familie wird ihn bestimmt wieder sehr verunsichern. Bitte betet für einen guten Verlauf.

Eure Martina

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Freundesbrief November 2007

Martina schrieb Ende November ’07 aus Südafrika:

„… In der letzten Woche hatten wir unsere grosse Weihnachtsfeier mit über 800 Kindern in unserer Gemeinde. Was am Anfang als mission impossible galt ist möglich geworden. Ein Busunternehmen sponserte 8 Busse, die die Kinder abholten. Manchmal geht alles anders. Ich hatte eigentlich mit den Bussen eines Gemeindemitgliedes gerechnet,dieser wollte jedoch Geld. Unser Sponsor war ein Inder, kein Christ! Die Kinderaugen strahlten, als sie ein grosses Paket empfingen mit Spielzeug, Süssigkeiten und Grundnahrungsmitteln wie Reis, Mehl und Öl. 15 Firmen unterstützen uns. …“

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Freundesbrief März 2007

März 2007

Liebe Freunde und Beter,

es berührt unsere südafrikanischen Mitarbeiter immer wieder, dass ihr nicht aufhört, für uns zu beten und zu geben. Danke für alles.

Seit einigen Wochen arbeitet Neil Lowe bei uns mit. Er ist Kfz Mechaniker, mit Sharmain verheiratet und hat 3 Kinder. Gerade heute sagte er:„Dass ich jetzt für die Fahrzeuge verantwortlich bin, ist eine kleine Sache. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass Kinder sich bekehren und dabei sein, wenn ihr Familien helft, zu überleben. Dann schmunzelte er und fügte hinzu…“und ich werde dabei sein, wenn Bambelela das erste Kinderheim und Sterbehospiz eröffnet.“

Wusstet ihr schon,
– dass Südafrika „Ferienparadies“ und „Weißer Hai“ genannt wird,
denn seit dem Ende des Apartheidregimes wurden 420000 Menschen ermordet. 2000 Kinder verschwinden jährlich.
– bis 2010 wird es Schätzungen zufolge 5 Mill. Aidswaisen und fast
1 Millionen Haushalte geben, die von Kindern geleitet werden.
– dass jedes zweite Mädchen unter 16 vergewaltigt wird
– in jedem zweiten Haushalt Kinder hungern.

„Can you make it and come?“ hieß es in den letzten Wochen unzählige Male.
„Kommt in unsere Schule“. „Unser Schulleiter ist in Hexerei verwickelt. Seitdem geht es in unserer Schule bergab. Die Kinder sind so wild wie nie zuvor und die Kollegen zerstritten“, sagte eine Lehrerin. Drei weitere Schulen zeigen Interesse an regelmäßigen Gottesdiensten. Am 26.4. werden wir 800 Schülern von Gott erzählen.

“Bitte kommt nach Edendale und kümmert euch um die verwaisten HIV infizierten und tuberkulosekranken Kinder“, war die Anfrage eines Krankenhausmanagers: Klagt uns jedoch nicht an, wenn ihr plötzlich eure Lunge heraushustet, denn im letzten Monat starben zwei unserer Krankenpfleger an Tbc.“ Im Team waren wir uns jedoch sofort einig: Wir besuchen die Kinder jeden Freitagvormittag.

„Komm zu meiner Mutter“, bat Thopsile. Ihre Mutter ist Krankenschwester und für die Aidskranken in Happy Valley und Side 11 zuständig. „Ich komme nicht dagegen an“, sagte sie.

„Bitte helft mir, die jugendlichen Aidskranken zu besuchen und zu versorgen.3 Tage reichen nicht aus, um euch alle vorzustellen“. Der Besuch bei einer 17jährigen hat uns besonders bewegt. Wie ein Hund wurde sie in einer Hütte versteckt und von den Verwandten gemieden. Es roch bestialisch dort und sie war vom Hunger und Tod gezeichnet. Sie übergab ihr Leben Jesus und starb 3 Tage später. Als wir sie das letzte Mal sahen, bestand ihr einziger Wunsch in einem gegrillten Hähnchen.

„Kommt nach Kapstadt, um uns zu schulen“, lautete die Anfrage eines Pastors. Vom 29.3.- 13.4. werden wir dort in den Slums Einsätze machen und in seiner Gemeinde ein Team schulen, das dann eine Arbeit unter den Kindern beginnt.

„Wann kommt ihr?“ fragen unsere Kinder. Zwei Teams machen in 6 verschiedenen Slums Besuchsdienste und Straßengottesdienste.

Unsere Teenagerarbeit findet seit Anfang des Jahres in der Gemeinde statt. Der Mitarbeiterkreis hat sich vergrößert und bis zu 100 Jugendliche freuen sich jeden Freitagabend auf den “Teenagerrumble“.

In meiner Wohnung findet jeden Donnerstagabend ein Hauskreis mit 11 Mädchen im Alter von 13-17 Jahren statt. Die Kinder nennen es „Huggybears girlsguide“. Pastor Johns Tochter Esther und Pritty, eine Nachbarin gehören zum Mitarbeiterkreis.

Vor einer Woche wurde unser Auto gestohlen. Morgens schaute ich auf einen leeren Platz und war im wahrsten Sinne des Wortes “starr vor Schreck“. Auf dem Weg zu Polizei entdeckte Kylie unser Auto in einer Seitenstrasse. Der Tankdeckel war aufgebrochen und heraushängende Kabel zeugten davon, dass das Alarmsystem zerstört wurde. Wir riefen die Polizei an, die jedoch solange auf sich warten ließ, dass Neil beschloss, zur Wache zu fahren. Kylie und ich blieben beim Auto. In dieser Zeit fielen uns 3 Männer auf, die immer wieder vorbeigingen und uns grimmig anschauten. Uns war klar, dass es sich um die Täter handelte. Als sie zum 4. Mal kamen, zeichnete sich unter dem T-Shirt des einen eine Waffe ab. Kylie und ich beteten um Schutz wie nie zuvor. Als der Polizeiwagen um die Ecke kam, flüchteten die Täter. Zwei wurden jedoch gefasst und verhaftet.

Bei der näheren Inspektion des Autos mussten wir doch über das Eingreifen unseres großen Gottes schmunzeln: ein Benzinschlauch war geplatzt und der Tank leergelaufen. In der Strasse bestätigten Zeugen, dass nachts mehrere Männer mit Benzinkanistern vor unserem Auto standen. Ein neuer, zu großer Benzinschlauch zeugte davon, dass es den Tätern nicht gelungen war, den Schaden zu beheben. „Gott muss ihre Sinne verwirrt haben“, meinte Kylie. Der Humor Gottes krönte alles, denn wir sahen, dass der Tank randvoll war!

Der zuständige Inspektor, bestätigte uns, dass diese Kriminellen keine „kleinen Fische“ sind. Die Email einer Beterin bestätigte mir, dass Gott in der Nacht des Diebstahls besonders auf mich aufpasste. Sie schrieb: „Ich habe die letzten Nächte nicht so gut geschlafen und musste an dich denken – ich fange immer an zu beten, wenn ich nachts wach liege.“

Nun habe ich noch eine Bitte: Ich möchte in Zukunft regelmäßig Gebetsanliegen verschicken, damit ihr konkreter beten könnt. Bitte schreibt mir doch eure Emailadresse oder eure Anschrift, wenn ihr für uns beten möchtet:

E-Mail: info@bambelela.de

Gott segne und beschütze euch.
Martina

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Freundesbrief August 2007

August 2007

Liebe Freunde und Beter!

Herzliche Grüße von unserem Bambelelateam.

Neuigkeiten von den Mitarbeitern:

Kylie heiratet am 15.Sept. und wir feiern ihr Glück auf einer Gartenhochzeit im Fernhill Hotel. Ina und Sherman freuen sich auf ihr erstes Kind. Niel hatte im Mai einen Herzanfall, hat sich aber Gott sei Dank wieder gut erholt.

Wegen der Vielfalt an Kulturen und Sprachen wird Südafrika auch „Welt in einem Land“ oder „Regenbogennation“ genannt. Auch wir entwickeln uns immer mehr zu einem multikulturellen Team, denn seit August arbeitet die Inderin Pinky Maikidi bei uns mit. Sie ist Grundschullehrerin und eine echte Bereicherung für unser Team.

Unsere Sommerpraktikanten Bettina, Karina, Ann-Kathrin und Frederik machten einen großartigen Einsatz. Niel vermerkte sehr passend: “It is fun to work with the young guys. They are so bubbling”. („Es macht Spaß, mit den jungen Leuten zusammen zu arbeiten. Sie sind so überschäumend dabei.“)

Im Folgenden möchte euch Bettina ihre Eindrücke vermitteln. „Was mich in meinem Praktikum beeindruckt hat: In den Briefen der Kinder standen teilweise bewegende Dinge. Man merkt, dass Bambelela Veränderungen im Leben der Kinder bewirkt und sieht die positive Prägung und Wertschätzung der Kinder.In Side 11 waren die Kinder sehr zutraulich und haben sich einem direkt an den Hals geschmissen. S. lief den ganzen Tag mit uns mit und nahm meine Hand. Irgendwann fing er an, meine Hand zu küssen und man merkte, wie er sich nach Liebe sehnt. Ich konnte ihm durch meine Aufmerksamkeit ein wenig davon schenken. Die Straßengottesdienste haben mir neue Ideen für meinen Umgang mit Kindern geschenkt und neue Impulse für Kindergottesdienste in Deutschland gegeben. Allgemein habe ich die extremen Lebensbedingungen gesehen und ein bisschen das Gefühl gehabt, helfen zu können. Die Kinder sind etwas Besonderes und diese Arbeit bringt spürbar Frucht.“

Neuigkeiten aus den Townships:

Imbali:
Über die religiöse Situation der Zulus ist nicht viel Erfreuliches zu berichten. Sie stecken von Geburt an in heidnischer Zauberei und Ahnenkult.
Unser Team in Imbali hatte seit längerem den Eindruck, dass an dem Veranstaltungsort der Straßengottesdienste keine gute Atmosphäre herrschte. Vor zwei Wochen sahen sie, wie den Ahnen Schlachtopfer gebracht wurden, um sie zu besänftigen: einer Verstorbenen sollte ein guter Empfang im Jenseits bereitet werden.
Nun finden die Gottesdienste in einem anderen Haus statt und unsere Mitarbeiter sagten: „Jetzt ist es wieder so, als wenn der Himmel über uns aufgeht. Es ist wieder Freiheit da, Gott zu loben und sein Wort zu verkünden.“

Happy Valley:
Eigentlich wollten wir Angelina bei unserem Besuchsdienst „Von Hütte zu Hütte“ nur Hallo sagen. Als wir gerade die Hütte betraten, starb ihr 2 Monate alter Säugling. Alle schrien und warfen uns förmlich den toten Säugling in die Arme. Auch im Krankenhaus konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Für mich war der schrecklichste Moment als das Baby zugedeckt, die Augen geschlossen wurden und die verzweifelte Mutter in meinen Armen lag. Der Tod ist ein grimmiger Feind. Unser Team wurde gebeten, die Beerdigung zu halten und konnte trösten mit der Botschaft des ewigen Lebens in Jesus Christus, unserem Herrn.

Flats:
Sherman und Ina kümmern sich besonders um die kleine T. An einem Freitagabend hatte Sherman spontan den Gedanken, dieses Mädchen zu besuchen. Dort angekommen, fanden sie die Mutter mit einer schweren Kopfverletzung vor; jemand hatte sie mit einem Messer angegriffen. Unsere Mitarbeiter brachten die schwerverletzte Mutter in das Krankenhaus und sie konnte Gott sei Dank gerettet werden.

Kapstadt:

Im April machten wir einen 2wöchigen Einsatz in Pastor Jeffreys Gemeinde: „Here is life“ ministries. Unser Einsatzort, das Slum „Heinzpark“ war direkt vor der Tür und wegen vieler Raubmorde und Vergewaltigen besonders in Verruf. Wir feierten dort jeden Tag einen Straßengottesdienst und täglich kamen mehr Kinder und Erwachsene. Einige Polizeibeamte schauten uns gleich am ersten Tag zu. Ich hatte die schlimmsten Befürchtungen, was Sicherheitsvorkehrungen betraf. Ausgerechnet an diesem Tag stürzte sich die Menge der Kinder auf einen umherfliegenden Ballon, was nicht ohne Tränen abging. Aber ich hatte mich getäuscht, denn am nächsten Tag wurden der Pastor und ich zu einer Dienstbesprechung der Polizei eingeladen und durften über die Inhalte unserer Arbeit sprechen. Das Resultat ist, dass die Dienststelle in Heinzpark eine vollzeitliche Mitarbeiterin für die Kinderarbeit einstellen möchte. Diese soll aus Pastor Jeffreys Gemeinde sein. Das ist mehr, als erwartet und trieb mir die Tränen in die Augen. Gott möchte immer mehr für uns tun, als wir von ihm erbitten!

An einem anderen Tag bekamen wir den Ärger der Moslems zu spüren, denn sie warfen einige Ostereier in eine Gruppe von 200 Kindern. Wenn man etwas in eine Menge von Armen und Elenden wirft, ist das, als ob sich ein Rudel Wölfe auf Beute stürzt. Rücksichtslos wird getrampelt und getreten. Aber Gott hielt seine schützende Hand über die Kinder und außer einem aufgeschlagenen Knie und blauen Flecken ging alles gut.

Nach dem Osterwochenende bekamen wir folgende Rückmeldung eines Polizisten. „Irgendetwas kam mit euren Gottesdiensten in dieses Slum. Wir hatten an diesem Wochenende zum ersten Mal keine Morde, Raubüberfälle und Vergewaltigungen. Wir mussten gar nicht ausrücken. Es gab nicht einmal ein blaues Auge.“ Wir erklärten ihm, dass es nicht „irgendetwas,“ sondern Gott ist, der die Menschen friedlich stimmt und seine schützende Hand über dieses Gebiet hält.

Gebetsanliegen:

– Bitte betet für die Kindertagesstätte in Thembalihle, denn dort wurden 2 Kinder vergiftet. Eines verstarb gestern. Grace, die Leiterin konnte zwar beweisen, dass es nicht am Essen dort lag, wird aber trotzdem verdächtigt.
– Bitte betet immer wieder um Schutz. Erst neulich sagte jemand aus der Gemeinde zu mir: “Martina, du weißt gar nicht, wieviel Gott für euch tut, wenn ihr euch in solche Gegenden wagt. Es ist ein Wunder, dass euch noch nichts passiert ist.“
– Wir können momentan nicht ins Krankenhaus, um die Kinder zu besuchen. Wie erhielten die Genehmigung von höchster Stelle, nämlich vom Hospitalmanager. Die Stationsschwester fühlte sich übergangen und lässt nach einem erneuten Antrag mit der Antwort auf sich warten.
– Am 24.9. veranstalten wir im Township „Mpumalanga“ einen Eltern-Kind Nachmittag.
– Wir bereiten gerade einen besonderen Gottesdienst mit bis zu 1000 Kindern vor, der Mitte Oktober stattfinden soll.

Danke für eure Unterstützung und für eure Gebete.

Im Januar 2008 werde ich wieder in Deutschland sein und ich komme gerne in eure Gemeinde oder in den Hauskreis, um zu berichten.

Gottes Segen wünscht euch
Martina