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Freundesbrief Oktober 2016

Liebe Freunde,
“Gott nahe zu sein, ist mein Glück” heißt es in Psalm 73,28

Die neunjährige Nellie verpasst keinen einzigen Gottesdienst. Es amüsierte und machte mich nachdenklich zugleich, als sie sagte: “Tante Martina du könntest ja auch Lehrerin an unserer Schule sein und uns jeden Tag unterrichten.” Ich fragte zurück: “ Welches Fach soll ich denn unterrichten?” Sie überlegte kurz und meinte: “Happiness- Glücklichsein“. Ich freue mich und danke Gott dafür, dass jede Woche ca. 1000 Kinder in unseren Gottesdiensten in Pietermaritzburg und Kapstadt glückliche Momente, ja mehr noch, das Beste erleben – die Nähe Gottes.

“Es ist gut zu wissen, dass Gott nahe ist” war der Leitgedanke in den biblischen Geschichten der letzten Wochen, z.B. als König Saul einen Speer nach David warf und ihn knapp verfehlte. Dass Gottes Nähe immer gut tut, erfahren die Kinder, wenn wir Gott anbeten und uns die Zeit nehmen, ihn im Gebet zu suchen. Die Kinder hörten aber auch von Menschen in der Bibel, die Gott nahe kommen wollten und ihn in besonderer Weise suchten, gerade dann, wenn es ihnen nicht gut ging, z.B. König Hiskia, als er bedroht wurde oder als er schwer krank wurde.

Ein Junge aus unseren Vorschulkinderstunden verlor seinen Vater durch einen tragischen Verkehrsunfall. In dieser schlimmen Zeit hatte er einen Traum, der ihn, so wie die Mutter sagte, sehr tröstete: Er sah seinen Vater im Himmel und hörte ihn sagen: “Ich bin glücklich hier, mir geht es gut. Ich warte hier auf dich und bald sehen wir uns wieder.” Wir beten weiterhin um Trost für diesen Jungen.

In unserer Spielgruppe in Phakamani wurde in der letzten Woche ein 4 Wochen altes Baby aufgenommen. Nzali, unsere Mitarbeiterin, wollte eigentlich keine weiteren Kinder aufnehmen, aber ihr ging es so, dass sie keine Wahl hatte, denn die Mutter hätte ihr Kind sonst tagsüber mit dem alkohol- kranken Großvater allein gelassen und die Bedrohung für das Leben des Kindes bewegte sie.

In der letzten Woche nahm ich zum ersten Mal meinen Therapiehund Benny mit zu den Straßenkindern in Parkwood. Mir fiel ein sehr trauriges Mädchen auf, die immer nur auf den Boden schaute und sich ständig kratzte. Sie erzählte mir, dass sie Schuppenflechte hätte und die anderen Kinder immer Abstand

von ihr nehmen würden. Ich ermutigte sie und in dem Moment, als sie sagte, dass keiner sie liebhaben würde, fing mein Hund an, sie ausgiebig zu lecken. Sie freute sich ungemein und fing an, ihn zu streicheln. Dabei sage sie immer wieder zu meinem Hund: ”Do not worry, I am not messed up, I am not messed up” (was soviel heißt wie: Ich bin nicht verkorkst oder durcheinander) Als sie dann aufstand, ging mein Hund so dicht neben ihr, wie ich es noch nie vorher erlebt habe. Er folgte ihr auf Schritt und Tritt. Wenn sie sich setzte, setzte er sich auch. Wenn sie sich hinlegte, legte er sich auch hin. An diesem Nachmittag durften wir ein Kind besonders glücklich machen. Es war eine ganz besondere Begegnung.

Unsere neue Erzieherin im Kindergarten in Pietermaritzburg möchte sich bei euch vorstellen:
Ich heiße Leonie Wardle, bin 37 Jahre alt, verheiratet und habe einen 4-jährigen Sohn. Ich arbeite seit dem 1.Juni im Kindergarten und bin froh, dass ich das tun kann, wozu Gott mich berufen hat, nämlich mit Kindern zu arbeiten. In der Andacht morgens erzähle ich den Kindern immer von Jesus. Als ich im Kindergarten anfing, sah ich viele traurige Gesichter, aber jetzt nicht mehr.
Wenn wir Reime singen, benehme ich mich wie ein Kind, hüpfe auf und ab. Die Kinder kommen jetzt heraus aus ihrem Schneckenhaus, sie werden selbstbewusster und unabhängiger.
Der Kindergarten verändert das Leben der Kinder wirklich. Zum Beispiel haben wir ein Kind mit dem Namen Jordanique, die nur dunkle Malstifte benutzte, als sie in den Kindergarten kam. Mittlerweile benutzt sie helle Farben. Sie ist nicht mehr traurig, sondern glücklich.
Ich bin gesegnet, dass ich ein Teil dieses Werkes sein darf. Danke für alles.

Flomina, unsere Köchin in Pietermaritzburg, schreibt: Wenn die Kinder mir sagen, dass mein Essen gut schmeckt, bin ich glücklich und es motiviert mich immer wieder neu, mein Bestes zu geben. Die Kindergartenkinder freuen sich immer richtig auf das Essen. Bambelela hat das Leben von den Kindern verändert, weil sie hier alles bekommen, was sie täglich brauchen.

In Kapstadt wird es in den nächsten Wochen Weihnachtskinderstunden in – bis jetzt uns unbekannten – Townships, im Flüchtlingsheim, in Kinderheimen und Kindergärten geben.
In Pietermaritzburg bereiten sich die Mitarbeiter auf eine große gemeinsame Weihnachtsfeier mit 1000 Kindern aus den Townships vor.

Liebe Freunde und Beter und Spender, DANKE dafür, dass euch das Glück von Südafrikas Kindern nicht gleichgültig ist. DANKE für eure treue Unterstützung, mit welcher ihr die Arbeit von Bambelela möglich macht.

Im November und Dezember komme ich wieder nach Deutschland und berichte gerne in euren Hauskreisen und Gemeinden, wie Gott uns in diesem Jahr wieder beschützt, ermutigt und geführt hat.

Gottes Segen wünscht euch Martina und das Bambelelateam

Vom Verein in Deutschland:
Die Termine für Martinas Besuch in Deutschland finden Sie demnächst auf unserer Homepage

Wenn noch Interesse besteht, Martina Thiemann in Ihre Gemeinde, zu einem Vortrag oder zu einem Gottesdienst einzuladen, wenden Sie sich gerne an info@bambelela.de oder an Tel. 04324-8137

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Freundesbrief April 2016

Liebe Freunde,

Im Mai gibt es hier an den Küsten ein Naturphänomen zu bewundern: Riesige Sardinenschwärme ziehen zum warmen Agulhasstrom (Meeresströmung an der Ostküste) und haben viele hungrige Verfolger: Vögel, Haie, Seehunde usw. Die Fische verteidigen sich gegen die Feinde, indem sie so dicht zusammen schwimmen, dass sie undurchdringlich wirken und so die Angreifer abwehren. In den letzten Monaten fühlten wir uns auch manchmal „verfolgt”. Da half nur eines: Zusammenrücken, gute Zusammenarbeit im Team und mit dem Zweig in Pietermaritzburg, enger Austausch mit dem Vorstand in Deutschland und viele Treffen und Beratungsgespräche mit Rechtsanwälten und Notaren.

Ja, es war wirklich viel los hier: Unser engagierter Mitarbeiter Lulama verließ Ende Februar unser Team Kapstadt, weil er als Gemeindeleiter in Philippi angestellt wurde. Seine Frau Nzali betreut weiter unsere Spielgruppe in Pagamani. Mein südafrikanisches Führungszeugnis verschwand 2x beim SAPS (South African Policeservice). In der letzten Woche erhielt ich es endlich (einen Tag vor Ablauf aller anderen Dokumente z.B. des deutschen Gesundheitszeugnisses) und konnte den Antrag auf meine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung einreichen.

Octavia, unsere Erzieherin in Pietermaritzburg darf nach den Ende 2015 verschärften neuen Bestimmungen keinen Kindergarten leiten. Wir müssen eine Sozialpädagogin einstellen. Kylie führt gerade Bewerbungsgespräche. Da wir Vorschularbeit mit den Kindern machen, müssen wir uns als Vorschule neu registrieren lassen. Das Senzo-Daycarecentre wird jetzt in Senzo-Preprimaryschool umbenannt. Eine Behörde schaute etwas genauer in unsere Aktivitäten, warnte uns und machte die umgehende Registrierung unseres Vereins in Südafrika sehr dringend. Alle Mitarbeiter haben jetzt Arbeitsverträge und sind arbeitslosenversichert.

Ihr seht: in Südafrika werden die Zügel kräftig angezogen.

In diesem Prozess mussten wir uns durch viele Dokumente arbeiten, aber wir hatten guten juristischen Beistand und mein Besuch in Pietermaritzburg wurde notwendig. Es war so gut, alle Mitarbeiter dort wiederzusehen. Mthobisi überlebte nur knapp einen brutalen Überfall im November, Octavias 3 Geschwister verstarben im letzten Jahr und sie hat sich der 8 Neffen und Nichten angenommen. Thabani, der neue Mitarbeiter, liebt den Dienst und bereichert das Team mit seiner besonnenen humorvollen Art. Unter Kylies Leitung ist das Team in guten Händen.

Kylie schreibt: Die Kinder haben sich so gefreut, uns nach der Sommerpause wiederzusehen. In Thembalihle kommen immer mehr Kinder, mittlerweile sind es um die 300. Ein kleines Mädchen zeigte uns ihre blauen Flecken im Gesicht und an Armen und Beinen. Sie erzählte uns, dass sie von ihrer Schwester zusammengeschlagen wurde. Unser Herz zerbrach beim Anblick dieses Kindes. Einmal im Monat unterstützen wir eine Familie in Not, momentan ist es die Familie Habana. Sie besuchen neuerdings den Gottesdienst in unserer Gemeinde und seitdem hat sich ihr Gesundheitszustand enorm verbessert. Preist den Herrn! Unsere Jugendveranstaltung ist immer montags von 18-19 Uhr und wird von 30 Teenagern besucht. Letztes Mal erzählten die Jugendlichen sehr bewegend, wie Gott ihr Leben verändert hat, seitdem sie mit Jesus Christus leben. Er beschützte sie vor Gewaltausbrüchen in der Familie und sie wurden versorgt. Die Kinder sprachen auch über Ängste und Sorgen und nannten viele Gebetsanliegen.

Martina schreibt weiter:
Die gute Nachricht ist, dass wieder Hunderte von Kindern von der Kreuzigung und Auferstehung Jesu hörten. Die Leiterin des muslimischen Kindergartens in Kapstadt, die uns wohlgesonnen ist, rief alle Kinder und Mitarbeiter zu unserem Ostergottesdienst zusammen. Ein 6-Jähriger sagte am Ende des Ostergottesdienstes aus tiefster Seele: „Aunti (Tante) Martina, wenn das so ist, dann brauchen wir doch keinen Osterhasen”.

Liebe Freunde, wir wurden noch nicht “verschlungen” von allen gerichtlichen Anforderungen. Es geht immer vorwärts und es gibt noch viel zu tun. Danke für Eure Gebete und finanzielle Unterstützung. Bitte betet ganz besonders für neue Mitarbeiter: eine Sozialpädagogin für unseren Kindergarten und einen Mitarbeiter für Kapstadt, der Lulama ersetzt.

Gottes Segen wünscht Euch das Bambelelateam.

 

Vom Verein in Deutschland:

ganz kurz, nachdem Martina diesen Brief abgeschickt hatte, kam eine neue schlechte Nachricht: das Auto in Pietermaritzburg gab seinen Geist auf….

Nun muss ein neues angeschafft werden, die Reparatur lohnt nicht mehr.

Neben den vielen Kosten für Rechtsanwaltsberatungen, Neugründung des Vereins „Bambelela Südafrika“, Gehalt für eine neue Kindergartenleiterin in Pietermaritzburg reißt das ein neues großes Loch in unser Finanzpolster.

Bitte betet für die vielen Anliegen, und vielleicht, wenn es möglich ist, unterstützt uns mit einer Extra Spende oder der Erhöhung des Dauerauftrags.

Vielen Dank für alles, was Ihr für Bambelela tut!

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Freundesbrief November 2015

Liebe Freunde,

Herzliche Grüße aus dem sommerlichen Südafrika sendet Euch das Bambelelateam aus Pietermaritzburg und Kapstadt.Unbenannt1

…Betet zugleich auch für uns, damit Gott uns eine Tür öffne für das Wort, um das Geheimnis des Christus auszusprechen
Kolosser 4,3

Danke für Eure Gebete, die uns hier „Türen“ öffnen, um Kindern und Jugendlichen das Evangelium zu verkünden. In Kapstadt wurden wir in das zweitgrößte Township Südafrikas Khayelitsha eingeladen, um Straßengottes-dienste zu gestalten und auch im Camp „Europa” waren wir sehr willkommen. Jedoch auf die Dauer regelmäßig sechs Townships zu besuchen, ist nicht zu schaffen Aus diesem Grund wurde im September unser ehrenamtlicher Mitarbeiter Lulama Mamre fest eingestellt. Unser Ziel ist es, die Teams zu teilen, um jeden Tag bis zu 200 Kinder in zwei Townships besuchen zu können. Thumeka, meine Mitarbeiterin in Kapstadt, macht gerade ihren Führerschein, um selbst mobil zu sein und dieses Ziel im nächsten Jahr zu verwirklichen.

„… und Opa sagt dann, dass wir mal wieder Blut brauchen, damit unsere Sünden vergeben werden. Die ganze Familie trifft sich und es wird eine Ziege geschlachtet. Wir müssen das mitmachen, sonst gibt es Ärger, aber wenn wir das Fleisch essen, sage ich immer: „Im Namen Jesus”“ – erzählte uns eine 13-Jährige in unserer Jugendstunde. Und dann fügte sie hinzu: „Danke, dass du mir den Bibelvers aus Hebräer 9,12 gezeigt hast, der sagt: „Jesus hat nicht mit dem Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut eine ewige Erlösung bewirkt”.

In den letzten Wochen besuchten wir viele Schulen in Phillippi und Westlake. Die Lehrer freuen sich über eine Freistunde und jeweils 1000 Kinder hörten zum Thema „Vorsicht! Hai in Sicht” etwas über den Feind Gottes.

Kylie Wynne, unsere Leiterin in Pietermaritzburg schreibt: „Ich arbeite so gerne wieder bei Bambelela. Das Team, die Kinder und die Eltern haben mich alle so herzlich wieder aufgenommen. Mit unseren Straßengottesdiensten erreichen wir wöchentlich ca. 700 Kinder. In unseren Bibellesegruppen in den Townships bin ich immer wieder fasziniert über das Interesse der Kinder an der Bibel. In den letzten Wochen schauten wir auf das Leben von Menschen in der Bibel, die eine zweite Chance von Gott bekamen und die Kinder staunten über Gottes Güte und Geduld. Einmal wöchentlich zieht das Team ohne mich los, denn dann trainiere ich die Mitarbeiter einer anderen Gemeinde im Township Kopsville, wie man Kindern von Gott erzählt. In der letzten Woche wurden wir vom „Correctional Service” eingeladen, einmal wöchentlich einen Gottesdienst für straffällig gewordene Kinder und Jugendliche im Jugendgefängnis zu halten. Dieser Dienst soll im Januar beginnen und wir freuen uns auf das, was vor uns liegt.

In den nächsten Wochen werden wir in Kapstadt und Pietermaritzburg wieder jede Gelegenheit nutzen, um die Weihnachtsgeschichte zu erzählen und wir möchten wieder den Kindern, die regelmäßig zu uns kommen, ein Weihnachtsgeschenk machen. Unsere Kinder haben kein einziges Weihnachtsgeschenk zu erwarten. Viele sind einfach nur froh, wenn es am Heiligen Abend mal eine warme Mahlzeit mit Fleisch gibt anstatt das übliche Weißbrot. Wir brauchen 2 Euro pro Kind, um eine kleine Überraschungstüte zu packen und bei 1500 Kindern benötigen wir da schon eine stolze Summe. Wer kann uns helfen?

Vielen Dank für Eure treue Unterstützung in diesem Jahr!

Da es im letzten Jahr nicht geklappt hat nach Deutschland zu kommen, freuen Senzo und ich uns jetzt umso mehr auf unseren Heimat-Besuch im Dezember/Januar und ich hoffe, viele von Euch bei meinen Vorträgen persönlich begrüßen zu können.

Gottes Segen wünscht Euch von Herzen

Martina und ihr Team

Vortragstermine in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen

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Freundesbrief Juni 2015

Liebe Freunde,
„Umarmen hat seine Zeit und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit” (Prediger 3,5) Die Tatsache, dass mein Visum immer noch nicht bearbeitet wurde, lässt leider immer noch keine Reisepläne zu und dabei sehne ich mich von Herzen danach, euch alle wiederzusehen. Ich habe mir zwar inzwischen professionelle Hilfe von einem Rechtsanwalt für Immigrationsrecht geholt, aber die Administration der Einwanderungsbehörde ist chaotisch. Visaanträge und Einspruchsverfahren stapeln sich. Chaotische Zustände herrschen auch im Land. Die Menschen in den Slums wateten teilweise knöcheltief in Fäkalien, weil die Toiletten monatelang nicht geleert wurden. Durchfallerkrankungen mit Todesfolgen häuften sich. Ebenso lange ließ die Müllabfuhr auf sich warten und die anwachsenden Müllberge zogen Ratten an, von welchen vor allem die Kinder gebissen wurden. Die Frustration der Menschen entlud sich in Barrikaden aus brennenden Autoreifen und darin, dass Toiletten auf der Stadtautobahn entleert und Müllberge entsorgt wurden.

 

Wie es so oft im Leben ist, ging auch unser Werk in den letzten Monaten durch Höhen und Tiefen. Unser Mitarbeiter und Leiter in Pietermaritzburg Vernon Grantham erlitt Ende März einen schweren Schlaganfall. Bitte betet für ihn. Er hat Gott sei Dank überlebt und kann in den nächsten Wochen mit der Rehabilitation beginnen. Gerade heute habe ich von seiner Frau erfahren, dass er ein sehr geduldiger Kranker ist und sich über kleine Fortschritte freut.

Unter der großartigen Leitung unserer Kindergartenleiterin Octavia kam unsere Arbeit jedoch nicht zum Stillstand. „Wir sind zwar traurig, aber es muss weitergehen. Unsere Kinder in den Townships warten auf uns”, sagte Octavia zu den Mitarbeitern. Als die Arbeit 2 Wochen wegen starken Regenfällen ausfallen musste, kamen die Kinder zu Octavias Haus, um sich zu erkundigen, wo „Huggybear” bleibt. In den letzten Monaten wurden viele unserer 19 Kindergartenkinder zu Vollwaisen und haben teilweise traumatische Erlebnisse hinter sich, weil Bezugspersonen wechselten (Verwandte oder Pflegefamilien) und ihr altes Leben einfach wegbrach. Umso wichtiger ist die Betreuung im Kindergarten, der die Kinder für einige Stunden des Tages unbeschwert sein lässt.

 

Ab Juli wird die Mitbegründerin von Bambelela und ehemalige langjährige Mitarbeiterin Kylie Wynne die Leitung in PMB übernehmen. Kylie ist inzwischen Sozialpädagogin und arbeitete in den letzten Jahren in einem Kindergarten. Wir freuen uns über diese Führung Gottes, denn Kylie kennt die Arbeit von A-Z und wird von allen Mitarbeitern geliebt und geschätzt.

 

Im Township Westlake in Kapstadt finden neuerdings 3 christliche Hauskinderstunden mit ca. 40 Vorschulkindern statt und diese Arbeit hat mein Herz im Sturm erobert. Die meisten Eltern können sich keine Spielgruppe leisten und diese 3-6 Jährigen sind auf der Straße sich selbst überlassen. Kein Mensch schickt sie, aber sie kommen pünktlich um halb zehn um die Ecke. Und dann werden Joe und ich erst einmal gedrückt und geknuddelt. Sie lieben die freche vorlaute Handpuppe „Tommy”. Diese Kleinen geben mir oft eine Lektion: “ Werdet wie die Kinder” sagte Jesus und meinte damit: „Nehmt das Evangelium so voller Glauben und vertrauensvoll wie Kinder auf.” Und um nur mal ein Beispiel zu nennen: Wenn ich z. B. sage: „Gott freut sich, wenn du ihm sagst, dass du ihn liebst”, höre ich sofort viele Kinderstimmen murmeln: „Ich hab’ dich lieb, Gott.“

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Zwischenbericht Mai 2015

von Martina aus Südafrika (Mai 15)

Wie ihr ja wisst, mache ich in den Townships vormittags Kinderstunden mit den Vorschulkindern. Es ist so beeindruckend, zu sehen, wie ernst Gott die Kinder nimmt. Es werden immer mehr, mittlerweile habe ich 20 3-5-Jährige in einem kidsclub. Sie kommen immer gerade dann um die Ecke, wenn wir kommen, sie haben keine Uhr und niemand schickt sie, denn sie sind auf der Straße sich selber überlassen. Die Verkündigung unter den Kleinsten empfinde ich enorm herausfordernd.
Unsere Einrichtung Pagamani in Phillipi (ein Township) hat einen neuen Anstrich vom “Katastrophenschutz” gesponsert bekommen und sieht edel aus. Der Creche (=Hort) hat mittlerweile 20 Vorschulkinder. Lulamas Frau und ihre Mitarbeiter machen einen guten Job und sind treue und zuverlässige Mitarbeiter. Nomvuyo, unsere Lehrerin, investiert sehr viel in Hausaufgabenhilfe und macht sich viele Gedanken, wie sie die Kinder fördern kann. Wir bekamen ein gutes Feedback von den Eltern, dass die Kinder besonders in Mathe und Englisch aufgeholt haben.
Capricorn (ein anderes Township) ist unser Sorgenkind. Ca 150 Kinder kommen mittlerweise regelmäßig und wir müssen sehr aufpassen und hart durchgreifen, denn die Kinder schlagen sich mit so einer emormen Brutalität. Viele kommen berauscht durch Marihuana, welches ja nochmal die Gefühlskaelte verstärkt.

Info vom Verein:
Für Pietermaritzburg bitten wir um Gebet: der Leiter ist krank, aber die Arbeit läuft in reduziertem Zustand durch den tollen Einsatz der Mitarbeiter weiter.

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Freundesbrief Februar 2015

Liebe Freunde,
Das Bambelelateam wünscht all unseren Freunden etwas verspätet, aber von Herzen ein gesegnetes Jahr 2015. Mein Pflegesohn Senzo und ich freuten uns so sehr auf den Besuch in Deutschland. Mit der Familie Weihnachten zu feiern, Freunde zu besuchen und euch zu erzählen, wie Gott in diesem Jahr gewirkt hat, ist jedes Jahr etwas ganz besonderes für uns. Leider war die Zusage der Behörden, mein Visum zu bestätigen, ein” leeres Versprechen”, denn es kam nicht rechtzeitig zum Reiseantritt. Seit einigen Monaten sagt ein Gesetz, dass man nicht mehr ohne Visum nach Südafrika einreisen darf, sondern vom Heimatland einen Antrag stellen muss. Das war natürlich alles viel zu riskant und so musste ich die Reise absagen. Bitte entschuldigt alle dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten.

Es war ein gutes Jahr 2014. Nur Gott allen weiß, wie viele Kinder durch unsere Kinder-andachten auf den Straßen und Plätzen in den Townships zum Glauben gekommen sind. Dank Eurer Unterstützung haben 1800 Kinder regelmäßig eine warme Mahlzeit bekommen und es war großartig, dass wir im Dezember 1000 arme Kinder beschenken konnten. Die Kinderaugen leuchteten, als sie stolz ihren Ball in den Händen hielten und einen Schokoladenweihnachtsmann aus ihrer Tüte zogen.
In Pietermaritzburg konnte außerdem eine Weihnachtsfeier mit den Eltern stattfinden und in einem festlichen Rahmen ein erfolgreiches Jahr der Vorschulerziehung abgeschlossen werden.
… und es soll noch ein besseres Jahr 2015 werden, denn Südafrikas Kinder brauchen unsere Hilfe.

“Südafrikas Zukunft ist bedroht” Dieser Artikel war im Januar in den Tageszeitungen zu lesen.
Von 18,5 Millionen Kindern sind 20 % Waisen, 20 % wachsen nicht bei ihren Eltern auf und 60% leben in Armut d.h. Millionen Kinder wachsen ohne ausgewogene, gesunde Ernährung auf, ohne medizinische Grundversorgung, häusliche Fürsorge und vor allem ohne Bildung . 2014 wurden 45000 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern gemeldet (62 Fälle täglich), alle 4 Stunden verschwindet ein Kind.
”Zeigst du uns wieder den Himmel?” fragte mich ein kleines Mädchen im Township und wollte wissen, ob wir in diesem Jahr wieder “Huggy Bear” Straßengottesdienste machen und biblische Geschichten erzählen. Unser Bambelelateam möchte noch mehr Kinder in diesem Jahr erreichen.

Seit Januar besucht unser sechsköpfiges Team in Pietermaritzburg die Kinder im Kranken-haus 2x wöchentlich. In 3 Townships finden Straßengottesdienste statt. Im März ist eine Zelt-evangelisation im Township Woodlands geplant, eine Gegend, die durch Bandenkriminalität gezeichnet ist. In unserem Kindergarten werden immer noch 20 HIV infizierte Kinder betreut.
In Kapstadt haben Straßengottesdienste in einem 3. Township, in Gugulethu begonnen. Im Township Westlake finden neuerdings vormittags christliche „Kidsclubs” für Vorschulkinder statt.
Die 3-5-jährigen lieben die biblischen Geschichten und ein echter Höhepunkt ist das anschließende Bastelangebot. Die meisten Kinder „bastelten” zum ersten Mal in ihrem Leben.
Ganz besonders freue ich mich, dass die Räume unserer sozialpädagogischen Einrichtung Pagamani im Township Phillippi das Leben von Jung und Alt bereichern. Seit Januar findet dort eine Krabbelgruppe statt, die von der Frau unseres Mitarbeiters Lulama Mamre betreut wird. Seit November letzten Jahres wird von uns monatlich eine Mutter-Kind-Gruppe veranstaltet, zu welchen wir Referenten aus Schulen und Gesundheitswesen einladen. Viele Mütter hören zum ersten Mal, dass man Kinder nicht alleine lassen soll, beaufsichtigen muss, wenn heißes Wasser im Raum ist oder dass es Hüftschäden gibt, wenn die Kinder ständig auf dem Rücken herumgetragen werden. Unsere Jugendclubs werden so zahlreich besucht, dass wir neue Mitarbeiter schulen müssen, die eigenständig Gruppen leiten können.
Dank eurer Gebete haben wir hier offene Türen.
Bitte betet für uns, dass wir für die Kinder weiterhin gute Seelsorger, Vorbilder, Freunde und Mütter/Väter sind.
Gottes Segen wünschen euch Martina und Senzo.

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Freundesbrief Oktober 2014

22.10.2014

Liebe Freunde,

ich hoffe, dass es euch allen gut geht. Der Frühling hat hier in Südafrika auch endlich die nasskalten Tage vertrieben. Für uns ist es normal, unsere „Kleinsten” bei kaltem Wetter „einzupacken”. In den Townships tragen die Kinder einen Pyjama unter ihrem Jogginganzug. Das ist alles und sie frieren. Auf unserem Besuchsdienst „Von Hütte zu Hütte” sahen wir in den letzten Monaten viele Kinder, die eine am Stock befestigte Konservendose mit offenen Feuer um sich herumschleuderten, um sich zu wärmen. Vielen fehlte warme Kleidung und eine Decke. Dank Eurer Spenden konnten wir für 400 Kinder Decken und warme Kleidung kaufen. Eure Spenden machten es auch wieder möglich, eine warme Mahlzeit verteilen zu können, die bei dem kalten Wetter noch viel bedeutsamer zu sein schien.

Es war sehr bewegend zu sehen, wie die Kinder die Mahlzeit vor lauter Hunger fast in sich hineinschütteten und jede Minute ausgenutzt wurde, ihre Gesichter, Hände und Bäuche mit den warmen Bechern aufzuwärmen. Danke für alles! Jeder Cent trägt dazu bei, dass wir diese Arbeit hier machen und uns um die vergessenen Kinder kümmern können.

Nun möchte ich euch aber auch noch am aktuellen Geschehen in unseren beiden Zweigen in Pietermaritzburg und Kapstadt beteiligen. In Kapstadt mussten wir unsere Eröffnungsfeier der Pagamani-Tagesstätte absagen. Wir wurden von einer Behörde gewarnt, diese Veranstaltung durchzuführen. Da wir in Phillippi inzwischen bekannt sind, sagte man uns, dass wir anstatt mit 200 wohl mit 1000 Menschen rechnen müssten, welche mindestens eine große Mahlzeit mit Getränken, sowie Tee und Gebäck erwarten. Und „wehe”, wenn nicht genug da ist… Wir nahmen diese Warnung ernst, um uns und andere nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

Erinnert ihr euch? Unsere Tagesstätte” Pagamani” im Township Phillippi soll eine sozialpädagogische Einrichtung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sein, eine persönlichkeitsstärkende Förderung unter einem Dach. Es gibt viele Möglichkeiten, mit denen Einzelpersonen oder auch Gruppen diese Arbeit von Bambelela dort unterstützen können. Im Juni haben wir ein mobiles Ärzteteam der „Desmond Tutu-Stiftung” nach Pagamani eingeladen, um Kinder zu untersuchen, zu behandeln und zu impfen. Für diese Aktion waren die Bewohner Phillippis besonders dankbar, denn die staatlichen Gesundheitszentren sind restlos überlaufen und die Wartezeiten lang. Deswegen bleiben viele Mütter zu Hause und den Kindern fehlt es an medizinischer Grundversorgung. Außerdem fanden vormittags Praxisworkshops für Mütter in Gartenplanung und Matten knüpfen statt.

In den letzten Monaten ging die Schlagzeile „Tödliches Ritual in den Bergen” durch die Presse. Die traditionelle Beschneidung ist so alt wie das Volk der Xhosa in Südafrika. Es markiert den Übergang vom Jungen zum Mann. Einen Monat verbringen die Jungen im Alter von 16-18 Jahren im Winter in den Bergen. Sie müssen fasten. Nach einer Woche Einsamkeit taucht der „Beschneider” auf, trennt die Vorhaut ab und behandelt die Wunde mit Kräutern und Verbänden aus Tierfell. Dieses Ritual, oft von medizinischen Laien durchgeführt, hat in diesem Jahr viele Jungen das Leben gekostet oder sie wurden durch den Verlust der Geschlechtsteile zu Krüppeln. Schon 12-13-Jährige werden beschnitten. Aus diesem Grund fand in Pagamani ein von dem Gesundheitsamt durchgeführter Workshop zu Thema „Beschneidung” statt. 30 Väter nahmen daran teil und ließen sich eindringlich warnen.

Eine junge, zurzeit arbeitslose Frau aus meiner Hillsong-Gemeinde führt in den Pagamani-Räumen jeden Tag traditionelles Tanzen für Kinder und Jugendliche durch. Eine Lehrerin aus der Schule meines Pflegesohnes bietet montags und freitags Hausaufgabenhilfe an, die von 15 Kindern angenommen wird. Ich freue mich über das Entstehen dieser Tagestätte mitten im Slum. Für die Kinder ist es ein Treffpunkt. Sie sind sicher und nicht mehr den Gefahren der Straße ausgesetzt.

In unseren Straßengottesdiensten in Capricorn und Phillippi hörten die Kinder in den letzten Wochen aus dem Leben Josephs, der viele schlimme Dinge erlebte, jedoch mit Gottes Hilfe nicht aufgab. Die Kinder lieben diese Geschichten. Diejenigen, die nicht kommen konnten, ließen sich die Geschichte von Lulama, unserem Mitarbeiter in Phillippi, nacherzählen. Die gläubigen Kinder wurden ermutigt, so wie Josef Versuchungen im Alltag zu widerstehen und sich zu Gott zu halten. In Capricorn beschlossen einige Kinder, keine Drogen mehr zu verkaufen und mit Prostitution aufzuhören. Eines meiner „Sorgenkinder” beschloss aus seiner Bande auszusteigen und meinte, Gott könnte ihn vor den anderen Bandenmitgliedern so beschützen, wie er Josef im Gefängnis beschützte.

Die Mitarbeiter in Pietermaritzburg freuen sich über eine große Anzahl von Kindern in den in vier Townships durchgeführten Straßengottesdiensten und darüber, dass die Jugendlichen wieder zum Gottesdienst kommen. Das Team in Pietermaritzburg braucht aber auch gerade ganz besonders unsere Fürbitte. Nach einer Landverteilung brach ein gewaltsamer Konflikt zwischen Zulus und Coulereds (Mischlingen) aus. Beim Abholen unserer Kinder in den Kindergarten wurde unser VW Bus mit Steinen beworfen und stark beschädigt. Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Für unsere Mitarbeiter ist es momentan gefährlich , in die Townships zu gehen, aber sie wollen nicht im Büro bleiben, sondern sagten mir am Montag: „Marti, wir gehen unter dem ‚Schirm des Höchsten‘. Don‘t worry!“

Auch dieses Jahr möchten wir mit den Kindern wieder die Geburt unseres Herrn Jesus Christus feiern. Die Kinder in den Slums erwarten kein Weihnachtsgeschenk. Viele sind froh, wenn es Weihnachten überhaupt eine gute Mahlzeit mit Fleisch gibt. Wir möchten 1500 Kindern ein Weihnachtsgeschenk machen und zwar eine kleine Tüte mit einem Spielzeug, einer Zahnbürste, einem Stift und Süßigkeiten. Wer kann uns helfen, diese Extrasumme für Weihnachtsgeschenke aufzubringen?

Vom 12.12.14 – 14.1.15 bin ich wieder in Deutschland, um in Kirchen und Gemeinden von meiner Arbeit zu berichten. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Euch.

Gottes Segen wünscht euch von ganzem Herzen

Martina Thiemann und euer Bambelelateam aus Südafrika